Ariadne von Schirach: Das Werden ist der Atem des Lebens

Weisheits-Journal

Ausgabe

04/2023
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Ariadne von Schirach: Das Werden ist der Atem des Lebens

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Foto: Rahel Täubert

Und so lang du das nicht hast
Dieses: Stirb und werde! 
Bist du nur ein trüber Gast 
Auf der dunklen Erde.

Gleich in ihrer ersten E-Mailantwort auf die Anfrage, an der Ausgabe des Weisheit-Journals zum Thema „Werden“ mitzuarbeiten, schickt die Philosophin und Autorin Ariadne von Schirach diesen Vers von Goethe mit. Und erweitert so das Thema um seinen Gegenspieler, das Vergehen. Jedenfalls oberflächlich betrachtet. Oder: anscheinend.

Denn im Gespräch zeigt sich, dass Ariadne von Schirach das anders sieht. So wie das Gegenteil von Liebe nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit sei, sei das Gegenteil von Werden gerade eben nicht das Vergehen, sondern das, was die Engländer „stuck“ nennen und von Ariadne von Schirach mit „stehenbleiben“ übersetzt wird. Was es mit diesem Stehenbleiben auf sich hat und wie man wieder in Bewegung kommt, das führt Ariadne von Schirach im Audio aus.

Auch Sterben ist Werden

Die Autorin findet auch poetische Worte: „Das Werden ist der Atem des Lebens.“ Und denkt gleich daran weiter, indem sie uns den Ball zuspielt: „Das Werden kann auch das Sterben beinhalten. Was ein Riesenproblem ist, denken wir.“ 

Das Nachdenken über das Werden befördert die Philosophin im Gespräch durch eine alte, kluge philosophische Technik. Sie stellt Fragen. Um ein paar Beispiele zu nennen:

  • Wie können wir uns ins Bewegung setzen, um zu einem Ort zu gelangen, an dem wir bereits sind?
  • Werden wir mehr wir selbst, wenn wir etwas dazutun oder wenn wir etwas wegnehmen?
  • Was glaubst du? Wirst du mehr du, wenn du dich ausweitest – oder wenn du dich konzentrierst?

Wer sich herausfordern lassen möchte, wird sich über die eigenen Antworten freuen dürfen. Antworten von Ariadne von Schirach gibt es aber auch einige im Gespräch, wie z.B. diese hier: „Wir sind nicht hier, um uns wieder auszulöschen, sondern um zu werden.“ Wie sie das meint, warum sich diese Aussage direkt auf das Goethe-Gedicht bezieht und was dessen Titel, „Selige Sehnsucht“, mit dem Werden zu tun hat – hören Sie selbst im Audio.

Wir wünschen: Viel Vergnügen und Erkenntnis beim Hören. Und beim Werden auch.

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