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Über Zen

Was verbirgt sich hinter dem Wort Zen, wie es in der Nachfolge von Willigis Jäger verstanden wird?

Zen ist Unmittelbarkeit und Gegenwart. Gegenwart kann nicht erreicht werden, weil sie immer schon ist. Auch wir sind letztlich nichts anderes als Gegenwart. Deswegen brauchen wir sie weder zu suchen noch erreichen zu wollen. Wir können ihrer gewahr werden, indem wir präsent sind.

Zen und Buddhismus

Präsent zu sein bedeutet völlig selbstvergessen eins zu sein mit dem, was ist. Wir erfahren die Wirklichkeit als „Ist“, als ein grenzenloses unmittelbares Jetzt. Diesen Moment nennt man „Erwachen” und die Person, die es realisiert hat, den „Erwachten“. Dafür steht im Sanskrit das Wort „Buddha“. Zen wird nun häufig mit dem Buddhismus in einem Atemzug genannt und das Sille Sitzen verstanden als Buddhistische Praxis. Dem ist nicht so.

Entwicklung des Zen

Zen hat sich zweifellos innerhalb des Buddhismus entwickelt als buddhistische Mönche im fünften und sechsten Jahrhundert von Indien nach China einwanderten und dort in Berührung mit dem Taoismus kamen. Zen heißt im Chinesischen Chan und wurde zum Zen erst, als es von japanischen Mönchen im 13. Jahrhundert in Japan eingeführt wurde. Der Zen-Buddhismus stellt auch heute noch einen Pfad innerhalb des umfangreichen Wegenetzes des Buddhismus dar.

Zen und Religion

Zen ist seinem Wesen nach aber nicht gebunden an eine Konfession, an ein religiöses Bekenntnis, an eine Philosophie oder gar eine Ideologie. Ob sich jemand als Christ versteht oder als Buddhist, als Moslem, Jude oder Hindu wird durch die Praxis des Zen nicht beeinträchtigt. Es kann aber sein, dass diese Zugehörigkeit grenzüberschreitend erfahren wird und die ausschließliche Identifikation mit einem Bekenntnis in einem neuen Licht gesehen wird. Willigis sagte immer, Religionen sind wie das Licht, das durch die bunten Fenster einer Kathedrale fällt. Das Licht ist immer das Eine, die Farben werden unterschiedlich erlebt und erfahren. So gibt es Christen, die Zen praktizieren genauso wie Angehörige aller anderen Religionen oder Menschen, die sich keinem Bekenntnis zugehörig fühlen. Gleichfalls können auch Zen-Lehrer oder Zen-Meister Christen sein und bleiben.

Letztenendes geht es im Zen um eine unmittelbare und umfassende Einsicht in die Wirklichkeit, erfahrbar von jedem zu jeder Zeit ohne konzeptionellen Rahmen und nicht offenbart durch Institutionen.Diese Einsicht drückt sich aus in Weisheit und Mitgefühl. 

Zen ist die Übung in Präsenz zu kommen und den bewertenden Geist hinter sich zu lassen. Gelingt es uns dabei die Aufmerksamkeit zu halten, erleben wir das Dasein im Hier und Jetzt.

Die Zen Linie "Leere Wolke" entstand 2009 und bringt die äußeren Umstände der Zen Übung und formelle Aspekte des Zen mit dem Zeitgeist der westlichen Kultur in Einklang.

Begleitung auf dem Zen-Weg bedeutet in der Linie "Leere Wolke", dass alle Schüler*innen, die Möglichkeit haben, sich von ausgebildeten und autorisierten Lehrer*innen begleiten zu lassen.

Lehrender zu sein bedeutet in der Linie "Leere Wolke", dass alle Personen, die sich als Lehrer*in oder Meister*in bezeichnen innerhalb der Linie ausgebildet und autorisiert wurden.

Neben den klassischen Zen-Texten gibt es eine Vielzahl von Veröffentlichungen, die Zen in die Lebenswirklichkeit des 21. Jahrhunderts transportieren.