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Zen-Linie "Leere Wolke"

Die Wurzeln der Willigis Jäger Zen-Linie

Zen bleibt lebendig durch das Wirken seiner Meister und der Menschen, die von ihnen begleitet werden. Willigis wurde sowohl von einem japanischen Zen-Meister wie später auch von einem chinesischen Chan-Meister als jeweiliger Nachfolger anerkannt. Er steht in einer authentischen (ununterbrochenen) Tradition und die von ihm begründete Zen-Linie „Leere Wolke“ hat zwei Wurzeln. 

Die japanische Wurzel entstammt der Zen-Linie Sanbo-Zen International, die sich wiederum als eine Reformbewegung des japanischen Zen versteht und die beiden noch bestehenden Hauptrichtungen Soto und Rinzai integriert. Von dem chinesischen Chan-Meister Jing-Hui (1933-2013) wurde Willigis in der Linchi-Linie (chinesisch für Rinzai) bestätigt. Linchi (gest. 866) war einer der bedeutendsten chinesischen Chan-Meister. So fließen Bestandteile aller Traditionen, wie zum Beispiel die Koan-Schulung in die Praxis der Linie ein.

Die Entstehung der Linie Leere Wolke

Die Tradition des Zen ist im stetigen Wandel begriffen und da es beim Zen immer um die Unmittelbarkeit, Einheit und Gegenwart geht, hat sich die Tradition genau daran zu orientieren.

Der Zen-Meister Willigis Jäger und seine Nachfolger*innen und von ihm benannten Zen-Lehrer*innen hatten und haben den Auftrag, Zen in das aktuelle westliche Umfeld zu inkulturieren und nach zeitgenössischen und für uns adäquaten Ausdrucksformen zu suchen. Die Zen-Linie „Leere Wolke“ entstand im Jahr 2009. Die Lienen-Gründer Willigis Jäger, Doris Zölls und Alexander Poraj fanden die Zeit reif dafür, die äußeren Umstände der Zen-Übung, wie auch bestimmte formelle Aspekte des Zen, mit dem Zeitgeist der westlichen Kultur in Einklang bringen. Dazu gehören insbesondere

  • die Gleichberechtigung der Geschlechter,
  • der Status aller Lehrer, Meister und Praktizierenden als Laien, also der Verzicht auf jegliche Form von Ordination und Weihen inklusive deren äußeren Insignien,
  • die konsequente Einbeziehung des Alltags als Übungsfeld und
  • die konstruktive Zusammenarbeit mit den modernen Wissenschaften.

 

Damit kann in der Linie "Leere Wolke" das Zen von allen Personen geübt werden, ohne dass sie sich genötigt fühlen müssen, einer Religion beizutreten oder sie zu verlassen oder sonstwie ihren Status verändern zu müssen. Diese Tatsachen halten wir für wichtig und dem Zen-Geist und seiner Lebendigkeit entsprechend.

Die Lehrenden

Mit ihren 70 Lehrerinnen und Lehrern gehört die Zen-Linie "Leere Wolke" zu den größten Linien des Westens und ist in zahlreichen Ländern Europas und den USA vertreten.

Die gegenseitige Begleitung auf dem Lebensweg ist wohl eine der ältesten menschlichen Traditionen. Zen ist ein Lebensweg.

Die Begleitung

Begleitung auf dem Zen-Weg bedeutet in unserer Linie, dass alle Personen, die sich dafür entscheiden, mit uns gemeinsam den Übungsweg zu gehen, auch die Möglichkeit in Anspruch nehmen können, sich von ausgebildeten und autorisierten Lehrerinnen und Lehrern begleiten zu lassen.

Für die Begleitung von Übenden hat die Zen-Linie Leere Wolke Grundsätze und Regeln entwickelt, deren Einhaltung eine Ethik-Kommission überwacht. Ihre Mitglieder sind Ansprechpartner bei Fragen dazu.
Zu den ethischen Grundlagen der Begleitung.