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Andere über ihn

Prof. Dr. Gerald Hüther, Neurobiologe, Sachbuchautor

„Was ist es eigentlich, das ein konstruktives, lustvolles und beglückendes Zusammenleben von Menschen immer wieder stört und untergräbt? Nein, es sind nicht die vielen Probleme, die wir haben. Es ist auch kein Naturgesetz, auch keine biologische Veranlagung dafür verantwortlich. Es ist viel einfacher:

Wir begegnen einander allzu oft nicht als Subjekte, sondern benutzen einander als Objekte. So machen wir andere zu Gegenständen unserer Absichten und Interessen, unserer Maßnahmen und Behandlungen, unserer Bewertungen und Erwartungen. Auf diese Weise erzeugen wir eine Trennung zwischen uns und der anderen Person. Wir sind mit ihr nicht mehr in einer wechselseitigen Beziehung. Und deshalb kann aus solchen Beziehungen auch nichts anderes entstehen als Leid oder zumindest das Gefühl, nicht gesehen, nicht gehört und immer nur benutzt zu werden. Auf dem Benediktushof ist das anders, weil Willigis Jäger dort vorgelebt hat, dass es auch anders geht.

Deshalb gibt es dort Menschen, die bereit sind, ihrem Gegenüber als Person und nicht in irgendeiner Rolle oder Funktion zu begegnen. Sie betrachten sich selbst als Teil der Beziehung, für sie hat die Reaktion der anderen Person immer etwas mit ihnen selbst zu tun. Nur in solchen Ich-Du-Beziehungen können sich beide Partner weiterentwickeln. In den Ich-Es-Beziehungen, wo der eine den anderen zum Objekt macht, bleiben beide in ihren jeweiligen Rollen und Zuschreibungen gefangen. Das habe ich von Willigis Jäger gelernt und dafür möchte ich mich bedanken.“