Wir erforschen, gestalten und fördern Spiritualität heute.

Die formale Übung

Kontemplation als Übungsweg

Die Praxis der Kontemplation ist nicht in die Präsenz zu kommen, sondern wach und bewusst das Gegenwärtige wahrzunehmen und sich ihr hinzugeben, das heißt den bewertenden und urteilenden Geist mit seinen Absichten, Erwartungen oder Befürchtungen zurückzulassen.

Sitzen in der Stille

In uns sollte Stille sein, die uns öffnet und weit macht - zu lauschen auf die zeitlose Ewigkeit. Beim stillen Sitzen als reine Praxis der Kontemplation fokussieren wir den Geist auf unseren Atem, mit dem wir ein möglichst einsilbiges Wort verbinden können, oder wir öffnen unseren Geist als ein Lauschen oder „Schauen ins nackte Sein“ (Wolke des Nichtwissens). Sie hilft uns zu erwachen zur Gegenwärtigkeit des Göttlichen inmitten unseres Herzens. Es ist „ein Erkennen – ein Lieben“ (Meister Eckhart).

Weitere Übungsformen

Neben der Kontemplation als Praxis des Sitzens in der Stille und der Herzenspraxis, die uns helfen zu erwachen zur Gegenwärtigkeit des Göttlichen in uns, werden auch andere uns unterstützende Übungsformen der Kontemplation praktiziert: die Übung des Gehens, des Exerzitiums, das achtsame Arbeiten als Übung des Alltags, Rezitationen mystischer Texte und Rituale, die den achtsamen Geist und das mitfühlende Herz des Übenden unterstützen.

Körpergebet

Der Weg ins Sein führt über den Körper. Wer die spirituellen Wege betrachtet, stellt fest, dass der Körper ein zuverlässiger Begleiter in die Wirklichkeit sein kann, die jenseits aller Worte, Begriffe und Bilder zu finden ist. Präsenz im Atem, Sitzen, Schreiten, Tanzen in Lauten und Körperhaltungen führen in eine kontemplative Grundhaltung, in ein mystisches Begreifen des alltäglichen Lebens.

Das Tönen

Das Tönen und Singen eines Gottesnamen gehört zu allen mystischen Traditionen. So ist das Tönen eine Brücke zwischen Form und Formlosem. 
Es soll in die Einheit mit dem göttlichen Urgrund führen. Im Tönen geht es um das Einswerden mit dem Klang, das zu einer Öffnung des Bewusstseins führen kann.

Herzenspraxis

"Das höchste Werk, das Gott je wirkte in allen Kreaturen, das ist Barmherzigkeit" (Meister Eckehart).
Barmherzigkeit (lat. Misericordia) bedeutet wörtlich übersetzt – die Dinge „zu Herzen zu nehmen“, in sein Herz nehmen. Die Herzenspraxis unterstützt uns, das Herz vertrauensvoll zu öffnen und so unsere egozentrische Struktur durchlässiger werden zu lassen. Das Ich nimmt die Welt als getrennt von sich wahr, das Herz, das wahre Wesen des Menschen lebt aus der tiefen Verbundenheit mit allem.

Einführungskurse

Ein Einführungskurs macht uns mit dem Struktur und der Praxis der Kontemplation und deren begleitenden Übungen vertraut. Sie sollten von autorisierten Kontemplationslehrern durchgeführt werden. Die Kontemplation-Einführungskurse am Benediktushof in Holzkirchen werden von Kontemplationslehrern der Linie „Wolke des Nichtwissens“ gestaltet.