Wir erforschen, gestalten und fördern Spiritualität heute.
Lernen mit Achtsamkeit zuhause
 
Wir haben mehrere Wochen „Schule daheim“ hinter uns. Einige Familien haben inzwischen eine Struktur gefunden, die ihnen hilft, die Aufgaben der Kinder für zuhause, das Abwechseln an Computer und Tablet, das eigene Home Office, die Kommunikation mit den Lehrer*innen und auch die freie Zeit der Kinder zu koordinieren und zu bewältigen. In anderen Familien überwiegt noch das Chaos. Nun beginnen vielerorts die Osterferien.
Hier zwei ganz grundsätzliche, praktische Gedanken zu Ferien und Lernen zuhause:
  • In der Grundschule arbeiten viele Lehrer*innen mit
    Wochenplänen. Diese lassen sich auch auf die nicht-schulischen Bereiche ausweiten. Fragen Sie Ihre Kinder, was ihnen wichtig ist und gestalten Sie gemeinsam mit Ihren Kindern einen Wochenplan, der auch kleine Sporteinheiten und „Familien-Wettkämpfe“, das Üben von Musikinstrumenten, je nach Alter (gemeinsame) Projekte wie Backen, Ostergeschenke basteln, Briefe an Seniorenheime in der Umgebung schicken, Masken nähen oder „Forschungsarbeiten“ zu allen möglichen Themen beinhaltet.
 

 

  • Geben Sie den Kindern auch in den Ferien eine Struktur vor, vielleicht anhand der Mahlzeiten. Sorgen Sie z.B. dafür, dass bereits beim Frühstück alle angezogen sind, die Medienzeit erst am Nachmittag genutzt werden darf, die Pflichtaufgaben bis zu einer bestimmten Uhrzeit erledigt sind, es jeden Tag eine gemeinsame Zeit für Bewegung oder gemeinsames Spielen gibt usw.

 

Das Schulprojekt der West-Östlichen Weisheit Willigis Jäger Stiftung “Lernen mit Achtsamkeit” basiert auf der gewaltfreien Kommunikation und vermittelt Achtsamkeitsübungen und Lernmethoden.

Diese Tipps von Alexandra Andersen (Entwicklerin Lernen mit Achtsamkeit und Expertin an weiterführenden Schulen) und Ulrike Steinmann (Lernen mit Achtsamkeit Grundschule) können Sie gut zuhause anwenden:

Tipps für Kinder zum Lernen zuhause:
  • Kleine Päckchen aus Aufgabenblöcken oder Fächern machen, nicht alles auf einmal erledigen.
  • Generell gilt: 25 Minuten arbeiten und dann 5 Minuten Pause machen, denn das Gehirn braucht Zeit, um das Gelernte zu verarbeiten und um neue Kraft zu sammeln. Stehe auf, laufe herum und trinke ein Glas Wasser.
  • Wenn es ein Zuviel an Aufgaben ist, dann trau dich, das deinem Lehrer*in zu schreiben. Für alle ist das gerade neu und sicherlich reagiert er/sie darauf. Auf einen Versuch kommt es immer an!
  • Verzichte am Morgen auf dein Handy – in der Schule würdest du es auch nicht benutzen.
  • Sprich mit Freundinnen oder Kumpels am Telefon oder im Chat über Aufgaben oder Übungen und macht sie gemeinsam.
Lernen mit drei Karteikästen – hilft bei Vokabeln, Rechtschreibung und generell bei neuem Lernstoff:
  • Beschriftet drei verschiedene Kästen mit: 1. Neu – 2. Üben – 3. Perfekt
    • Schreibt die jeweiligen Inhalte werden auf Karteikarten/Zettel. Auf jeden Zettel kommt nur ein Wort/Thema! Bei Vokabeln kannst du auf die Rückseite die Übersetzung schreiben. Bei neuem Lernstoff die Frage und auf die Rückseite die Lösung. Bei Rechtschreibung die Regel oder Wortfamilien….
    • Jetzt werden die Inhalte unterschiedlich oft in der Woche wiederholt:
Neu = 5x in der Woche

Üben = 3x in der Woche

Perfekt = 1x in der Woche

  • Wenn etwas richtig ist, dann rutscht es einen Kasten weiter.
  • Als „Kästen“ können je nach Zettelanzahl natürlich auch Papiertütchen, leere Klopapierrollen, aufgeschnittene, leere und gesäuberte Tetra-Packs, leere Kartons u.ä. dienen.
Lernstoff in Abschnitten auf Stichwortzettel schreiben und diese im Haus/in der Wohnung verteilen.
Jedes Stichwort ist einem bekannten Gegenstand / Ort zugeordnet und der Lerner prägt sich beides zusammen ein. Jetzt kannst du den Rundgang durch das Haus tatsächlich machen oder eben nur in Gedanken.

 

Tipps für Achtsamkeitsübungen mit den Kindern
Zum Start:
  • Bevor du mit den Aufgaben anfängst, atme dreimal tief ein und aus.
  • Massiere Deine Ohrläppchen und Deine Ohren außen.  Das hilft, um sich zu konzentrieren.
Übung Wurzeln schlagen
Stelle dich hin oder setze dich auf einen Stuhl, so dass beide Füße fest auf dem Boden stehen. Schließe die Augen. Stell dir vor, aus deinen Füßen wachsen Wurzeln bis tief in die Erde hinein. Immer tiefer wachsen sie, bis du fest und sicher mit der Erde verbunden bist. Öffne die Augen und beginne direkt mit den Aufgaben.
Übung Gedanken sinken lassen
Nimm Dir eine Schneekugel, wenn Du eine hast. Schüttle sie und stelle sie vor Dir auf den Tisch. Beobachte ganz genau den „Schnee“, wie er in der Kugel zu Boden fällt bis es in der Kugel ganz ruhig geworden ist. So kannst Du Deine Gedanken zu Ruhe bringen, bevor du mit den Aufgaben beginnst.

Idee: Du kannst eine  Schneekugel aus einem leeren Glas mit Deckel, Wasser, etwas Spülmittel und Glitzer selbst machen.

 
Bei einem Durchhänger oder Stimmungstief:
  • Mach ein paar Lockerungsübungen: Hampelmann, auf einem Bein balancieren, den Körper ausschütteln, die Arme und Beine abklopfen oder einfach eine Runde rausgehen und frische Luft schnappen.
  • Trinke ein Glas Wasser.
  • Umarme einen Baum in deiner Nähe und tanke bei ihm neue Kraft.
  • Schließe für einen Moment deine Augen. Stell dir vor du hast schon eine gute Lösung für die Situation. Wie fühlt sich das in deinem Körper an? Wo kannst du das spüren? Welche Gedanken tauchen dabei auf? Nimm die Gedanken und das Gefühl für einen Moment wahr. Was könnte dir jetzt helfen, um weiter zu machen?
  • Im Vorfeld (evtl gemeinsam mit den Eltern) überlegen: Was hilft mir bei einem Durchhänger: z.B. etwas alleine sein, ein Telefonat mit einem Freund/ Freundin, frische Luft, ein Stück Obst oder ein Müsli, eine Runde Karten spielen, malen oder schreiben…
Einfach so:
Hängt an alle Orte, die ihr im Laufe eines Tages häufiger aufsucht (Haustür von innen, Toilette, Kühlschrank, Computer, Esstisch …) kleine Erinnerungskärtchen auf, z.B.mit Atme! oder Lächle!

   Dankbarkeitsübung, die dich in den Ferien schnell aus einer miesen Stimmung holen kann:

  • Schreibe dir jeden Abend 3 Dinge auf, für die du in diesem Moment dankbar bist.
  • Ruf deine Großeltern/Tanten/Onkel/Freunde an und sag ihnen, dass du dankbar dafür bist, dass es sie gibt, auch wenn du sie grade nicht treffen kannst.