Wir erforschen, gestalten und fördern Spiritualität heute.
Lernen mit Achtsamkeit zu Hause
 

Wir haben mehrere Wochen „Schule daheim“ hinter uns und zumindest für die Grundschüler wird es dabei noch eine Weile bleiben. Lernen mit Achtsamkeit zuhause will dabei mit Tipps zum Lernen und zur Achtsamkeit unterstützen.

Die Lehrerinnen Alexandra Andersen und Ulrike Steinmann von Lernen mit Achtsamkeit geben Tipps für den Lernalltag zuhause!

Hier zwei ganz grundsätzliche, praktische Gedanken zu Ferien und Lernen zuhause:

  • In der Grundschule arbeiten viele Lehrer*innen mit Wochenplänen. Diese lassen sich auch auf nicht-schulische Bereiche ausweiten.
  • Fragen Sie Ihre Kinder, was ihnen wichtig ist und gestalten Sie gemeinsam mit Ihren Kindern einen Wochenplan, der neben den schulischen Aufgaben auch kleine Sporteinheiten, das Üben von Musikinstrumenten, gemeinsame Projekte wie Backen, Briefe an Seniorenheime in der Umgebung schicken, Masken nähen oder „Forschungsarbeiten“ zu allen möglichen Themen beinhaltet.

 

  • Geben Sie den Kindern eine Struktur vor, vielleicht anhand der Mahlzeiten. Sorgen Sie z.B. dafür, dass bereits beim Frühstück alle angezogen sind, die Medienzeit erst am Nachmittag genutzt werden darf, die Schularbeiten bis zu einer bestimmten Uhrzeit erledigt sind, es jeden Tag eine gemeinsame Zeit für Bewegung oder gemeinsames Spielen gibt usw. Die momentane Ausnahmesituation bringt in vielen Fällen das Glück mit sich, dass diese Struktur relativ frei gestaltet werden kann.

 

Tipps für Kinder zum Lernen zuhause:

  • Kleine Päckchen aus Aufgabenblöcken oder Fächern machen, nicht alles auf einmal erledigen.
  • Generell gilt: 25 Minuten arbeiten und dann 5 Minuten Pause machen, denn das Gehirn braucht Zeit, um das Gelernte zu verarbeiten und um neue Kraft zu sammeln. Stehe auf, laufe herum und trinke ein Glas Wasser.
  • Wenn es ein Zuviel an Aufgaben ist, dann trau dich, das deinem Lehrer*in zu schreiben. Für alle ist das gerade neu und sicherlich reagiert er/sie darauf. Auf einen Versuch kommt es immer an!
  • Verzichte am Morgen auf dein Handy – in der Schule würdest du es auch nicht ben
  • Sprich mit Freundinnen oder Kumpels am Telefon oder im Chat über Aufgaben oder Übungen und macht sie gemeinsam

 

Lernen mit drei Karteikästen – hilft bei Vokabeln, Rechtschreibung und generell bei neuem Lernstoff:

  • Schreibe die jeweiligen Inhalte auf Karteikarten/Zettel. Auf jeden Zettel kommt nur ein Wort/Thema! Bei Vokabeln kannst du auf die Rückseite die Übersetzung schreiben. Bei neuem Lernstoff auf eine Seite die Frage und auf die Rückseite die Lösung. Bei Rechtschreibung die Regel oder Wortfamilien….
  • Beschrifte die Kästen mit 1. Neu – 2. Üben – 3. Perfekt
  • Jetzt werden die Inhalte unterschiedlich oft in der Woche wiederholt: Neu = 5x in der Woche, Üben = 3x in der Woche, Perfekt = 1x in der Woche – Wenn etwas richtig ist, dann rutscht der Zettel einen Kasten weiter
  • Do it Yourself! Als „Kästen“ können je nach Zettelanzahl natürlich auch Papiertütchen, leere Klopapierrollen, aufgeschnittene, leere und gesäuberte Tetra-Packs, leere Kartons u.ä. dienen

 

So kannst du dir neuen Lernstoff, Vokabeln oder auch Rechtschreibregeln einprägen

  • Gliedere den Lernstoff in sinnvolle Abschnitte und schreibe diese in Stichpunkten auf kleine Zettel.
  • Verteile die Zettel mit den Abschnitten in der Wohnung / Haus
  • Präge dir nun den jeweiligen Abschnitt auf dem Zettel in Verbindung mit dem Ort (oder einem Gegenstand an diesem Ort) an dem er hängt ein.
  • Jetzt kannst du den Rundgang durch das Haus tatsächlich machen oder eben nur in Gedanken.
  • Die gleiche Methode kannst du auch beim Üben von Vokabeln oder schwierigen Wörtern nutzen.

 

Tipps für Achtsamkeitsübungen mit  Kindern

Zum Start:

  • Bevor du mit den Aufgaben anfängst, atme dreimal tief ein und aus.
  • Massiere Deine Ohrläppchen und Deine Ohren außen.  Das hilft, um sich zu konzentrieren.

 

Übung Wurzeln schlagen

  • Stelle dich hin oder setze dich auf einen Stuhl, so dass beide Füße fest auf dem Boden stehen. Schließe die Augen. Stell dir vor, aus deinen Füßen wachsen Wurzeln bis tief in die Erde hinein. Immer tiefer wachsen sie, bis du fest und sicher mit der Erde verbunden bist. Öffne die Augen und beginne direkt mit den Aufgaben.

 

Übung Gedanken sinken lassen

  • Nimm Dir eine Schneekugel, wenn Du eine hast. Schüttle sie und stelle sie vor Dir auf den Tisch. Beobachte ganz genau den „Schnee“, wie er in der Kugel zu Boden fällt bis es in der Kugel ganz ruhig geworden ist. So kannst Du Deine Gedanken zu Ruhe bringen, bevor du mit den Aufgaben beginnst.
  • Idee: Du kannst eine  Schneekugel aus einem leeren Glas mit Deckel, Wasser, etwas Spülmittel und Glitzer selbst machen.

 

Bei einem Durchhänger:

  • Mach ein paar Lockerungsübungen: Hampelmann, auf einem Bein balancieren, den Körper ausschütteln, die Arme und Beine abklopfen oder einfach eine Runde rausgehen und frische Luft schnappen.
  • Trinke ein Glas Wasser.
  • Umarme einen Baum in deiner Nähe und tanke bei ihm neue Kraft.
  • Schließe für einen Moment deine Augen. Stell dir vor du hast deine Aufgaben schon alle gemacht und bist für heute fertig damit. Wie fühlt sich das in deinem Körper an? Wo kannst du das spüren? Welche Gedanken tauchen dabei auf? Nimm die Gedanken und das Gefühl für einen Moment wahr. Was könnte dir jetzt helfen, um weiter zu machen?
  • Im Vorfeld (evtl gemeinsam mit den Eltern) überlegen: Was hilft mir bei einem Durchhänger? z.B. eine kurze Pause, ein Telefonat mit einem Freund/ Freundin, frische Luft, ein Stück Obst oder ein Müsli, eine Runde Karten spielen

Einfach so:

  • Hängt an alle Orte, die ihr im Laufe eines Tages häufiger aufsucht (Haustür von innen, Toilette, Kühlschrank, Computer, Esstisch …) kleine Erinnerungskärtchen auf! Hier zwei Beispiele:
  • Atme!
  • Lächle!