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Zenlinie "Leere Wolke"

Die Zen-Tradition hat im Laufe ihrer Geschichte auch so etwas wie eine formale Seite entwickelt.

Dazu gehören unterschiedliche Linien, Übungen und Rituale. Solch eine Entwicklung folgt dem natürlichen Lauf der Dinge und ist der Ausdruck des Zen in seiner Auseinandersetzung mit der jeweiligen Kultur der Umgebung, in der er geübt wird.

Hinzu kommt noch die Tatsache, dass jeder, der als Meisterin oder Meister bestätigt ist, über didaktische Freiheiten verfügt. So entwickelt sich das Zen im Laufe der Jahrhunderte und bleibt gleichzeitig im Kern das, was es immer schon war und ist, nämlich Unmittelbarkeit, Einheit und Gegenwart.

Die Entstehung der Linie Leere Wolke

Die Zenlinie „Leere Wolke“ entstand im Jahr 2009. Der Zenmeister Willigis Jäger und zwei seiner späteren Nachfolger, Doris Zölls und Alexander Poraj fanden die Zeit reif dafür, die äußeren Umstände der Zen-Übung, wie auch bestimmte formelle Aspekte des Zen, mit dem Zeitgeist der westlichen Kultur in Einklang bringen. Dazu gehören vor allem folgende Bereiche:

  • die Gleichberechtigung von Frau und Mann
  • der Verzicht auf Ordinationen und Weihen, also Laien-Zen
  • kein Beitritt zu einer buddhistischen Konfession, da der Kern des Zen gerade wegen der Betonung der Unmittelbarkeit und Gegenwart jegliche Art religiöser Zugehörigkeit sprengt
  • intensiver Dialog mit der Wissenschaft

Damit kann in unsere Linie das Zen von allen Personen geübt werden, ohne dass sie sich genötigt fühlen müssen, einer Religion beizutreten oder zu verlassen oder sonstwie ihren Status verändern zu müssen. Diese Tatsachen halten wir für wichtig und dem Zen-Geist und seiner Lebendigkeit entsprechend.

Mit ihren 70 Lehrerinnen und Lehrern gehört die Zenlinie „Leere Wolke“ zu den größten Linien des Westens und ist in zahlreichen Ländern Europas und den USA vertreten.